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Die Kanaren, heute als Pauschaltouristen-Paradies bekannt, haben in den letzten 500 immer wieder turbulente Zeiten gesehen. Vulkanausbrüche, durch Dürre verursachte Hungersnöte, Piratenangriffe, der Zusammenbruch von Einnahmequellen wie Zuckerrohr und Wein sowie politische Repressalien wie der spanische Bürgerkrieg führten zu zahlreichen und langanhaltenden Auswanderungswellen. Viele Canarios landeten auf Kuba und Hispaniola, wo sie Arbeit auf den zahlreichen Tabakplantagen fanden und das edle Handwerk der Zigarrenherstellung erlernten. Als sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in der alten Heimat wieder besserten und insbesondere die Machtergreifung Fidels auf Kuba stattfand, wanderten viele zurück und hatten ein teures Gut im Gepäck: Tabaksamen und die Fertigkeit, den Tabak zu kultivieren und zu verwerten.
Obwohl Klima und Bodenbeschaffenheit ideal für den Tabakanbau sind, wird heutzutage nur noch ein wenig Tabak auf La Palma in den Gebieten La Breña und Caldera angebaut. Da die Kanaren eine zollfreie Zone sind, führen die Hersteller kanarischer Zigarren hochwertigen Tabak aus der Karibik, Südamerika, Afrika und Indonesien zu günstigen Preisen ein und verarbeiten diese zu feinen Longfillern weiter. Kanarische Zigarren haben aufgrund ihrer exzellenten Qualität Einzug in das spanische Königshaus gehalten - die kanarische Manufaktur Vargas ist Hoflieferant des Königs - und halten einem Vergleich mit dominikanischen oder Zigarren aus Honduras und den U.S.A. absolut stand. Teilweise sind sie sogar besser und vor allem günstig.
In Deutschland gibt es nicht viele kanarische Zigarren zu kaufen, man muss meist auf das Bestellen im Internet ausweichen. Zigarrenliebhaber können auf den Kanaren selbst Puros in Bars, Tabak- und Souvenirläden erstehen, oder gleich direkt beim Hersteller beziehen.
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